Международная конференция «История России и Германии: актуальные темы и обмен опытом между молодыми учёными» (тезисы докладов)
Международная конференция «История России и Германии: актуальные темы и обмен опытом между молодыми учёными» (тезисы докладов)

10 декабря 2021 года Студенческое научное общество (СНО) исторического факультета МГУ и Институт истории Восточной Европы Боннского университета провели Российско-германскую студенческую конференцию «История России и Германии: актуальные темы и обмен опытом между молодыми учёными».

Истории России и Германии неразрывно связаны. В период раздела Речи Посполитой сначала Пруссия, а после основания Империи в 1871 году Германия и Россия были прямыми соседями. Сегодня Европейский союз и Россия имеют общую границу. Общественная жизнь, экономика и культура связывали Германию и Россию на протяжении поколений. Более трех столетий отношения между Россией и Германией характеризовались периодами сближения и противостояния. Распад СССР и объединение Германии стали поворотными моментами, как в двусторонних отношениях, так и для исторической науки, что открыло новые возможности для транснационального сотрудничества.

Инициаторы конференции – Виктория Цуканова и Мария Тимофеева – молодые историки из Москвы и Бонна – выразили уверенность в том, что для укрепления научного сотрудничества и доверия между обеими странами необходимо поддерживать постоянный диалог и взаимный интерес друг к другу. Студентам, аспирантам и молодым специалистам из МГУ и Боннского университета, а также молодым историков из других вузов, заинтересованным в изучении страны-партнера, было интересно поделиться своим опытом исследования немецких и российских сюжетов, обсудить актуальные методологические подходы в рамках изучения истории двух стран, представить свой взгляд на развитие российско-германских отношений.

Конференция прошла в онлайн-формате с использованием платформы «Zoom». С приветствием к участникам обратились Мартин Ауст (Институт истории Восточной Европы Рейнского Боннского университета имени Фридриха Вильгельма, доктор исторических наук, профессор) и Александр Юрьевич Ватлин (МГУ имени М.В. Ломоносова, исторический факультет, кафедра новой и новейшей истории стран Европы и Америки, доктор исторических наук, профессор). С тезисами участников можно ознакомиться ниже. Материалы публикуются на русском, английском и немецком языках в авторской редакции без перевода.

Die Gestalt der Religion der germanischen Stämme nach Angaben von Cäsar und Tacitus (Камардин А.А., студент исторического факультета МГУ имени М.В. Ломоносова)

Im Vergleich Kelten mit Germanen, schrieb Cäsar, dass es bei Germanen keine Druiden die Rituale zu verwirklichen gibt. Noch bemerkte Cäsar, dass die Germanen haben keine Opferungen gerne. Die Germanen glauben, nach Cäsars Angaben, nur an die Dinge, die sie sich selbst ansehen können – z.B. Mond, Sonne und so weiter. Im vergleich zu seinem Vorgänger überliefert Tacitus uns mehr. Zum Anfang schrieb er, dass die Germanen an den Gott Tuiston glauben, der von der Erde geboren ist. Tacitus ist der Auffassung, dass die Germanen im Namen der Sönne von Tuiston ihre eigene Stammnamen bekamen Ingävonen, Istväonen, und Hermionen.

Wir können sehen, dass Tacitus mehr als Cäsar den germanischen Glaube komplizierte. So, Tacitus erwähnt, dass die Germanen besonders Mercurius verehren. Mercurius (eingedeutscht Merkur) ist ein römischer Gott der Händler.  Erklärung besteht darin, dass es damals der Prozess „Interpretaio Romana“ gab. Römische Schriftsteller wechselten die barbarischen Götte an die römischen. So erwähnte Cäsar zu seiner Zeit, dass die Gallen Mars verehren. Dieser Prozess war bestimmt damit verbunden, auf welchem Niveau aus römischer Sicht, natürlich, irgendwelche Stamm war. Als Cäsar Gallien eroberte, waren die Gallen mehr kulturell als die Germanen. Die Tatsache ist, dass zur Zeit Tacitus die germanischen Stämme mehr entwickelte schienen und darum vielleicht gewährte die Römer den Germanen ihren „zivilisierten“ Gott.

Wenn Cäsar erzählte uns, dass es in Germanien keine Druiden gab, überlieferte uns Tacitus über die Opferungen dem Gott Mercurius. Und was wichtig ist, diese Opferungen dürfen nur die Priester machen. Ist die germanische Gesellschaft in anderthalb Jahrhundert so kompliziert worden? Das ist eine offene Frage.

Im großen und ganzen kann man schließen, dass es zwischen Cäsar und Tacitus eine Abgrund ist. Wie würde sich das komisch nicht anhören, aber es gibt darin keine ernsten Ähnlichkeiten. Nur die Unterschiede. Tacitus sieht in dem germanischen Glaube ein schweres sondern logisches System. Cäsar meint aber, dass die Germanen haben, wie alle echte Barbaren, keine Religion, sondern nur die Wegzeichen. Wovon sind diese Ungleichheit — wir können nur raten.

Rabbiner Yosef Yitzhak Schneerson – Ein Leben ist Selbstaufopferung für die Tradition (Бараш Д., студент Института истории Боннского университета)

Die Biographieforschung als Teildisziplin gewinnt immer mehr Bedeutung in der Geschichtswissenschaft. Prof. Martin Aust und Prof. Frithjof Benjamin Schenk haben den Nutzen der Biografie als Instrument zur Beleuchtung struktureller, ideologischer und institutioneller Phänomene aus einem persönlichen bzw. individuellen Blickwinkel ausgemacht, um strukturelle Ansätze zur Erforschung historischer Realitäten, besonders in Imperien mit Hilfe von Lebensgeschichten anzureichern. Individuelle Lebensgeschichte dient dabei dem besseren Verständnis des Wandels von Staaten und Staatsstrukturen. Biographisches Schreiben lässt sich als ein Prozess sozialer Selbstverständigung betrachten. Es ist folglich die Tradition von Wissen aus der Vergangenheit realer Menschenleben, die in soziohistorische Strukturen verwickelt waren. Besonders wertvolle Quellen sind hierfür Autobiographien. Autobiographie wird hierbei als Ergebnis sozialer Praktiken und Prozesse unter Berücksichtigung unterschiedlicher Akteure verstanden. Die Widerspiegelung des Selbst im Leben, in der Gesellschaft, eröffnet neue Einblicke und ermöglicht ein tieferes Verständnis der Entwicklungen heute. Eins solcher historisch verändernden Netze spannt Yosef Yitzhak Schneerson.

Rabbiner Yosef Yitzhak Schneerson wurde 1880 in Lubavitch geboren und bereits im Alter von 15 Jahren Sekretär seines Vaters Sholom-Dovber Schneerson, dem fünften “Rebben” (spirituellen Anführer der Bewegung der Lubavitcher Chassidim) ernannt. Schon da war er als großartiger Kopf und Gelehrter des orthodoxen Judentums anerkannt. Kurze Zeit später im Jahr 1897 wurde er gleich nach der Hochzeit Direktor des neu gegründeten “Tomchei-Tmimmim Yeshiva” (Torahschule) ernannt. 1920 übernahm er schließlich nach dem Ableben seines Vaters die Führung von “Chabad Lubavich”. Entgegen allen politischen Widrigkeiten und Verfolgungen, setzte er landesweite Programme zur Stärkung von Judentum in der ganzen Sowjetunion durch und schickte Gesandte zur Unterstützung jüdischen Lebens vor Ort. 1924 erzwingt der Tscheka durch Verleumdungen der “Yevsektzia”. Schneersons Ausreise aus Rostow am Don und den Umzug nach St. Petersburg. 1927 kommt es zu seiner Verhaftung und Inhaftierung im “Spalerka” - Gefängnis. Anschließend wird er zwar freigelassen, jedoch in ein Exil nach Kostroma geschickt. Ende 1927 verlässt er die Sowjetunion nach Riga und später nach Polen. Von hier aus wirkt er in Osteuropa und gründet zahlreiche Torah Schulen und unterstützt ebenso die Untergrund Aktivitäten seiner Chassidim in der Sowjetunion. 1939 kommt es zum Überfall der Nazis auf Polen und zu Schneersons Festnahme und Zwangsübersiedlung ins Warschauer Ghetto. Hieraus wird er auf beinahe wundersame Weise gerettet und verlässt Europa 1940. Er siedelt über nach Brooklyn, New York und kann erfolgreich mehrere Schüler und chassidische Familien aus Europa retten. 1940 wird gleich die Gründung der “Central Yeshiva Tomchei Tmimim” in Brooklyn (bestehend bis heute) verkündet, ab 1941 die Wohlfahrtsorganisation “Machne Israel” (bis heute bestehend) aufgebaut. 1942 folgt die Etablierung weiterer Torahschulen in Kanada und weiteren Teilen der USA, sowie des Verlages “Kehot Publication Society” (bestehend bis heute). Gleich nach Kriegsende 1945 veranlasst Schneerson die Etablierung eines Wohlfahrtsamtes für jüdische Flüchtlinge mit Zweigstelle in Paris, um die Übersiedlung nach Amerika zu ermöglichen. 1948 gibt er den Aufbau der Stadt Kfar Chabad in Israel für russische Flüchtlinge in Auftrag. 1950 wird kurz vor seinem Ableben der Aufbau eines Programms zur Stärkung jüdischer Bildung in Nordafrika begonnen.

Meine Bachelorarbeit beschäftigt sich mit Schneerson als Persönlichkeit des orthodoxen und chassidischen Judentums im 20. Jahrhundert und seiner als Rolle als Anführer der Lubavitcher Chassidim. Durch Analyse seiner Schriften, wie “Notizen vom Arrest”, “Likutey Dibburim”, sowie von Briefkorrespondenzen und Schriften zeitgenössischer Chassidim soll durch das Prisma von Schneersons Biografie erforscht werden, mit welcher Situation sich orthodoxe Juden in der vor-stalinistischen Sowjetunion auseinandersetzten, wie sich dies nach der Revolution veränderte, wie die neuen Ideologien und Institutionen das Leben der religiösen Juden und besonders Chassidim beeinflusste und wie schließlich der Rebbe Yosef Yitzhak Schneerson diesen Umständen stellte. Ebenso wird diskutiert, welche religiösen und spirituellen Konzepte er in Bezug auf die drängenden politischen Fragen und Umstände seiner Zeit gibt und welches Erbe er hinterließ. Die von Yosef Yitzhak Schneerson gegründeten Institutionen und Lehren werden bis heute studiert und als relevant betrachtet. Sein Leben in Aufopferung, die mutige und direkte Konfrontation mit dem Regime, gleichwohl ohne jedwede Aggressivität und der unabdingbare Wille zur Unterstützung anderer, ohne Rücksicht auf eigene Bedürfnisse sind wohl einzigartig. Als “Erster Rebbe in den USA” setzte er zudem einen Meilenstein für orthodoxes Judentum nach 1945 und zeigte wie der Aufbau einer traditionellen und zugleich an den Methoden der neuen Zeit orientierten Organisation gelingen kann.

Влияние Первой мировой войны на формирование общественно-политической повестки в Германии и Франции в конце 1920-начале 1930-х гг. (Медведева М.К., выпускница аспирантуры кафедры новой и новейшей истории исторического факультета МГУ им. М.В. Ломоносова)

Первая мировая война, без сомнения, была тем событием в истории человечества, влияние которого ощущалось и спустя многие годы после ее окончания. Масштабы этого влияния, однако, были различными, и зависели как от внутриполитической ситуации в конкретной стране, так и от положения дел на международной арене. В истории межвоенного периода в этом отношении особенно выделяются 1924-1929-е гг. Так называемая «эпоха Локарно», когда основными западноевропейскими противниками в мировой войне, Германией и Францией, наконец-то был взят курс на поиск компромисса и путей сотрудничества, оставила множество публицистических источников, долгое время находившихся за пределами внимания историков. 

К таким источникам относятся статьи из четырех журналов, которые начали издаваться в это время. Два из них, «Германо-французское обозрение» (“Die Deutsch-Französische Rundschau”) и «Журнал о Германии» (“Revue d’Allemagne”), имели скорее культурологическую направленность. «Европейское обозрение» (“Die Europäische Revue”) и «Обозрение живущих» (“La Revue des Vivants”; речь шла о французских ветеранах) больше внимания уделяли общественно-политическим проблемам и проблемам внешней политики. Их издатели были настроены на преодоление национальных границ и поэтому публиковали в своих журналах статьи политиков, общественных деятелей и деятелей культуры из разных стран. Какой бы темы они ни касались, мировая война так или иначе возникала в их статьях.

В рамках данного доклада наиболее важное значение представляют три проблемы, стоявшие на повестке дня в Германии и Франции, о которых весьма часто говорили авторы изучаемых источников. Это проблема европейской молодежи, проблема европейского объединения и проблема поиска нового внешнеполитического курса.

Проблема европейской молодежи, не принимавшей участия в войне, но вынужденной жить в созданном ею мире, весьма остро осознавалась авторами и издателями упомянутых выше журналов. Как им представлялось, правящие круги не осознавали нужд молодых людей, не могущих найти в новом обществе какие-либо твердые ориентиры. Это, в свою очередь, приводило к тому, что зачастую молодежь выбирала либо путь радикализации, либо путь апатии и безразличия к происходящему вокруг.

Европейское объединение в межвоенные годы виделось одним из способов недопущения новой мировой войны. Многие общественные деятели полагали, что только общеевропейская организация государств континента сможет предотвратить возникновение новых очагов конфликта. Однако эти идеи во многом опережали свое время. В тот период национальные интересы еще были гораздо сильнее любых призывов к созданию наднациональной политической организации.

Наконец, Первая мировая война и ее итоги неизбежно диктовали странам их послевоенный внешнеполитический курс. Как показала практика, даже в период своеобразной «разрядки» 1924‑1929-х гг. страны не могли преодолеть ее последствия. Так, Германия и Франция были вынуждены решать вопросы, оставшиеся «в наследство» от войны (проблема выплаты репараций, вопрос о будущем Саара и демилитаризованной Рейнской зоны). Из-за этого, после резкого ухудшения экономической ситуации в начале 1930-х гг., построенный на зыбкой почве компромисс очень быстро показал свою несостоятельность.

Таким образом, данные три фактора демонстрируют, что влияние Первой мировой войны в европейских странах было весьма ощутимым в межвоенный период. И, несмотря на то, что отдельные его аспекты имели позитивный эффект (как демонстрирует проблема европейского объединения), негативное воздействие оказалось превалирующим. Мир, созданный после войны, лишь усилил вероятность возникновения нового конфликта. В этом отношении пример Первой мировой войны и ее влияния ставит новые вопросы, которые в перспективе смогут помочь лучше понять историю всего XX‑го века. 

Veränderungen im Bild des Sowjetmenschen im sowjetischen Film Mitte der 1950er bis Ende der 1960er Jahre (Циммерманн М., магистрант Института новой истории Боннского университета)

Das Thema der Arbeit und des Vortrages war die konzeptionelle Entwicklung des Sowjetmenschen im sowjetischen Spielfilm der Tauwetter-Periode unter Rückgriff auf die allgemeine Geschichte des Films in der UdSSR. Zielsetzung war dabei eine kulturgeschichtliche Analyse der Zusammenhänge zwischen der ideologischen Kulturpolitik der Regierung Chruschtschow und der zeitgenössischen Filmproduktion. Dementsprechend ist die Arbeit insgesamt als kulturhistorischer Beitrag zur Kultur- und Filmgeschichte der Sowjetunion einzuordnen.

Zur Analyse des Sowjetmenschen wurde ein Sample von vierzehn verschiedenen Filmen des Tauwetters erstellt, welches innerhalb unterschiedlicher Analysekategorien auf die filmische Konzeption des Sowjetmenschen untersucht wurde. Die Untersuchungsgegenstände bestanden aus zeitgenössischen Filmen, die zum Subgenre des Alltagsfilms zählten und die Sowjetmenschen meistens in Metropolen oder in suburbanen Regionen zeigten.

Von dieser Auswahl ausgehend wurde mittels einer interdisziplinären Methode, bestehend aus einer filmwissenschaftlichen und geschichtswissenschaftlichen Herangehensweise, die Filmquelle erschlossen. Da die Filmquelle eine komplexe Quelle ist, welche Bild-, Ton- und Textelemente enthält war eine Mischung aus Analysewerkzeugen der Filmwissenschaft und der Geschichtswissenschaft zwingend notwendig. Um diesem Vorgehen gerecht zu werden bedurfte es einer ausführlichen Beschreibung der filmischen Mittel sowie des historischen Kontextes.

Die historische Kontextualisierung des Tauwetter-Films wurde durch eine Rekonstruktion der zeitgenössischen Kulturpolitik Chruschtschows und mit den Entwicklungen des internationalen Filmgeschehens der 1960er Jahre vorgenommen. Zudem wurde die Genese des sowjetischen Films von der Zarenzeit, über Lenin und Stalin bis zur Ära Chruschtschow beschrieben, um die programmatischen und ästhetischen Veränderungen im Bild des Sowjetmenschen innerhalb des jahrzehnteübergreifenden ideologischen Selbstverständnisses zu verdeutlichen.

Die Ergebnisse der Arbeit wurden anhand der erstellten Analysekategorien präsentiert und ergaben, dass der Sowjetmensch auf unterschiedlichste Weise präsentiert wurde. Kurz zusammengefasst konnten drei häufig auftretende Figurentypen ausgemacht werden: 1. Der gesellige Arbeiter und Familienmensch; 2. Der weltoffene und moderne Bildungsbürger; 3. Der systemkonforme Sozialist. Die Zusammenfassung der Kernerkenntnisse der Arbeit ergaben zudem, dass sowohl real auftretende Phänomene aufgegriffen wurden als auch verklärende Geschichtsbilder die filmische Konzeption des Sowjetmenschen prägten. Letztendlich wurde trotz der immer wieder erkennbaren Liberalisierungstendenzen die Indoktrination der Kulturbranche durch die Staatsideologie stärker in den Filmen ersichtlich.

Российский взгляд на объединение Германии. Историографический аспект (Рослова Г.В., кандидат исторических наук, старший преподаватель кафедры «Правовое и таможенное регулирование на транспорте» МАДИ)

На данный момент можно выделить несколько блоков тем, привлекающих особое внимание исследователей, изучающих объединение Германии: германский вопрос, личность М. С. Горбачева, перестройка и влияние различных факторов на решение германского вопроса, кризис в ГДР, приведший к демократической революции, сама революция и объединение Германии, возможные последствия восстановления единого германского государства для России.

Для российской историографии характерны следующие черты. Исследователи редко выбирают для изучения какой-то отдельный аспект событий 1989−1990 годов, что обуславливает преобладание трудов, рассматривающих проблему в достаточно общем виде. Если и выделяется отдельная тема, то это, скорее, касается внешнеполитических проблем, а также позиции СССР в германском вопросе.

 Именно этим вопросам в основном посвящены последние исследования российских ученых. В научных трудах последних лет освещается работа советского посольства в Германии, решение вопросов на уровне глав государств, министров и дипломатов — с использованием соответствующих новых источников. Процесс объединения страны изымается из исторического контекста, и о роли народных масс говорится лишь в дополнение к основной политической линии исследования. Тем самым обедняется картина событий и преувеличивается роль СССР и других государств.

На первое место выходит вопрос виновных в распаде Советского Союза и «сдаче» ГДР. Говоря о вине Горбачева и его советников, российские исследователи упускают тот факт, что германский вопрос был лишь второстепенным вопросом на фоне массивной ликвидации социалистической системы в Европе и СССР. Именно эта тема выходила на передний план в ходе совещаний Горбачева, Яковлева, Шеварднадзе и других советских политиков, даже если их решения зачастую были непоследовательными, спорными или необдуманными.

Таким образом, для российских исследователей кризис в ГДР не находится в центре внимания. Они лишь поверхностно фиксируют процессы, которые происходили тогда в Восточной Германии, и придают роли СССР и других стран бывшего социалистического блока на пути к объединению первостепенное значение.

Besonderheiten des kollektiven Bildes der sowjetischen Militärattachés und deren Tätigkeit in Deutschland, 1925-1941 (Тимофеева М., аспирантка Институтf истории Восточной Европы Боннского университета)

Ein Versäumnis in der Erforschung der russisch-deutschen und besonders der sowjetisch-deutschen Militärbeziehungen des 19./20. Jahrhunderts liegt in deren „Entpersonalisierung“. Die Tätigkeiten und Rollen der einfachen hauptamtlichen Mitarbeiter der militärisch-diplomatischen Einrichtungen werden in der Forschung oft unterbelichtet. Die Geschichte der deutsch-russischen/sowjetischen Militärbeziehungen ist nicht nur die Geschichte der Kaiser, Reichskanzler und hochrangigen Diplomaten und Militärs.

Die Bedeutung der Tätigkeit der sowjetischen Militärattachés in den sowjetisch-deutschen Militärbeziehungen wurde von mehreren Faktoren bestimmt. Auf der einen Seite spielten fachliche Kompetenzen und persönliche Fähigkeiten eine bedeutende Rolle. Ein Militärdiplomat sollte nicht nur sprachbegabt, sondern auch ein guter Militäranalytiker sein sowie diplomatische Fähigkeiten besitzen, da seine unmittelbare Aufgabe war, Kontakte mit Vertretern der Armee fremder Staaten herzustellen und zu pflegen. Andererseits blieb der politische Faktor entscheidend, nämlich der Charakter der militärisch-diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten sowie die Kompetenz des politischen Leiters des Landes in militärischen Angelegenheiten.

Das Hauptziel der sowjetischen Militärattachés in den 1920er Jahren war die Aufrechterhaltung einer aktiven militärisch-wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten. Diese Arbeit war sehr vielseitig. Ihre militärisch-diplomatischen Aufgaben beinhalteten Verhandlungen mit Vertretern der Reichswehr und der politischen Elite Deutschlands, Überwachung der Arbeit der sowjetischen Delegationen sowie Betreuung verschiedener Bereiche der sowjetisch-deutschen Zusammenarbeit, sei es die Kooperation der Marinen oder der Nachrichtenaustausch. In den 1920er Jahren haben viele Militärattachés zusammen mit anderen Rotarmisten die militärischen Kurse der Reichswehr besucht und an Manövern und Übungen aktiv teilgenommen. Die Bedeutung der Arbeit der Militärattachés wurde auch dadurch bestimmt, dass die ersten sowjetischen Militärattachés nicht die Nachfolger des alten kaiserlichen Diplomatischen Korps waren. Diese Militärspezialisten waren Vertreter eines jungen, neu geschaffenen Staates, dabei eines Außenseiters in der Weltpolitik und versuchten von Grund auf Beziehungen zu einem Land mit ganz anderer Ideologie und wirtschaftlichem System aufzubauen.

Für die 1930er Jahre ist von einem generellen Kompetenzverlust der sowjetischen Militärattachés in Deutschland zu sprechen, der einerseits durch die Abkühlung der Beziehungen zwischen zwei Staaten nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten beeinflusst wurde und andererseits durch den stalinistischen Terror, der die Vernichtung vieler kompetenten Militärspezialisten zu Folge hatte. Gleichzeitig blieb der sowjetische Militärattaché in den 1930er Jahren ein Statusposten. Die Militärdiplomaten besaßen weiterhin eine wichtige Vertretungsfunktion. Nicht weniger wichtig war die militärische Aufklärung, bzw. die Beschaffung von Informationen über die militärpolitische Lage in Nazi-Deutschland und Auswertung ihrer Streitkräfte, was eine besondere Bedeutung vor dem Krieg bekam.

Zum Schluss kann man sagen, dass die Militärattachés der 1920er und 1930er Jahre keinesfalls untere Angestellten waren, sondern durch ihre Arbeit prägten sie weitere Entwicklung der sowjetisch-deutschen Militärbeziehungen.

Die Arbeit der Bundesregierung mit den Landsleuten in Russland (Покровская М., студентка факультет международных отношений МГИМО(У) МИД РФ)

Die Arbeit der Bundesregierung Deutschlands mit den Landsleuten in Russland ist das Vorbild für die anderen Länder. Die Autorin befasst sich mit den Zielen, den Aufgaben und den institutionellen Rahmenbedingungen der Beihilfepolitik.

Es gibt zwei hauptsächliche Gründe dafür, aus denen sich die Bundesregierung entschlossen hat, Russlanddeutschen zu helfen. Der erste besteht darin, deutschstämmige Bürger der UdSSR wurden während des zweiten Weltkriegs und nach seinem Ende verfolgt. Jetzt versucht die Bundesregierung, für diese Leiden zu entschädigen. Der zweite Grund besteht darin (und es wurde in dem Koalitionsvertrag im Jahre 2009 unterstrichen), Russlanddeutsche können als Instrument von sogenannten Soft Power fungieren. Und zwar entwickeln sie die Beziehungen zwischen den russischen und deutschen Zivilgesellschaften.

Die Aufgaben der Beihilfepolitik können in zwei Gruppen eingeteilt werden. Die erste Gruppe befasst sich mit der Sozialhilfe, um die Lebensqualität von Russlanddeutschen zu verbessern. Diese Sozialhilfe besteht meistens aus Leistungen. Die zweite Gruppe orientiert auf die Unterstützung kultureller Identität der deutschstämmigen Bürger Russlands. Russlanddeutsche können sich für Deutschkurse einschreiben oder zahlreiche deutsche Festivals mitmachen.

Die Organisationen, die die Beihilfepolitik durchführen, können auch in drei Gruppen eingeteilt werden. Das sind die Organisationen auf föderaler, überregionaler und regionaler Ebene. Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen (FNKA der RD), der internationale Verband der deutschen Kultur (IVDK), Jugendring der Russlanddeutschen und die Selbstorganisation der Russlanddeutschen gehören zu den Organisationen auf föderaler Ebene. Sie stellen die Richtungen der Arbeit für die Organisationen auf regionaler Ebene fest. Und die Begegnungszentren auf regionaler Ebene führen diese Arbeit durch. Was überregionale Ebene angeht, ist das überregionale Koordinierungszentrum der Begegnungszentren der Russlanddeutschen Vermittler zwischen föderaler und regionaler Ebene. Bernd Fabritius, der als Beauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten wirkt, ist für die Arbeit mit den deutschen Landsleuten im Ausland verantwortlich.

Die Beihilfepolitik wird höchst erfolgreich durchgeführt. Der Grund dafür besteht darin, dass jede Organisation in Russland Bescheid darüber weiß, wofür sie eigentlich verantwortlich ist. Außerdem ist die Autorin der Meinung, deutsche Erfahrung ist für das russische Außenministerium höchst wichtig. Russische Diplomatinnen und Diplomaten könnten ein solches System in der Arbeit mit den russischen Landsleuten im Ausland benutzen.

Scrutinizing and comparing the methods for forecasting the results of elections to the Bundestag (Смирнов Е., студент факультет международных отношений Санкт-Петербургского государственного университета)

This study is aimed at defining the methods that can be applied to forecasting the outcomes of elections to the Bundestag. Several scientific methods that are applied in electoral forecasting were determined and practical features of political, party and voting systems in Germany were outlined. Electoral forecasting in general is aimed at describing and predicting an outcome rather than explaining it. A forecast is focused on general trends and situations and does not assess the possibility of something to happen rather than illustrating what can and may happen. Moreover, forecast provides long-term constituent deliberative scenarios with step-by-step processes.

As for the German case, the system itself poses relative challenges for researchers. The Bundestag is German parliament that is publicly elected every 4 years, and every German citizen has two votes: the vote for a specific candidate in a constituency and the vote for a regional party list. That is why the object of research can differ. The method which is appropriate for predicting the distribution of first votes may be inappropriate in another study. Moreover, the number of distributed seats in the Bundestag changes after each election period, therefore, the prognosis may not reflect the actual power distribution in the new legislature and may be irrelevant for predicting the possibilities for coalition arrangements.

In order to draw a scenario, several data and sources can be implemented. These are the history of national elections results; history of regional elections results before the considered national elections; political opinion polls concerning party preferences; expert judgments; reports in mass media; prediction markets; poll aggregators; history of the turnout; public opinion studies concerning expectations and evaluations (non-representative expectation surveys) at researcher’s disposal. With taking into consideration this information several methods can be applied: poll results extrapolation (a dynamic linear model), quantitative/structural models with retrospective or prospective orientation analysis, combining of several sources in average (PollyVote), Ensemble Bayesian Model Averaging, scenario building methods. There is also a study concerning assessing a seasonal component in support of political parties (political business cycle).

To sum up, Germany is a multiparty system, therefore, forecasting presents a significant problem. That is why the accuracy of different forecasting methods often varies widely across elections. Finally, there are many sources for forecasting and forecasting methods also but there is no “the best” decision on which sources and methods to apply in a study because “ideal” or “the most accurate” prognoses do not exist.





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